Von außen besticht es durch seine Großartigkeit und Eleganz und es könnte gar nicht anders sein, denn derjenige, der es in den 1920er Jahren konzipiert hat, war Giancarlo Maroni, der Architekt von D’Annunzio, der bereits ein weiteres Meisterwerk, den Vittoriale degli Italiani, am zur Provinz Brescia gehörenden Ufer des Gardasees, geschaffen hatte.

Es handelt sich um das zwischen 1925 und 1929 erbaute Wasserkraftwerk von Riva del Garda, das zur Zeit seiner Errichtung zu den ersten und beeindruckendsten Wasserkraftwerken zählte und die größten Turbinen Europas hatte.

Bei unserer Ankunft genießen wir seine Großartigkeit: Die Hauptfassade zeigt die schöne Statue des Wassergenies, auch bekannt als Neptun, der sich vor Blitzen schützt, ein Werk des Bildhauers Silvio Zaniboni.

Wir machen uns auf den Weg, um das Kraftwerk zu entdecken.

Bei unserer Ankunft empfängt uns der extrem gut vorbereitete Martin, der uns mit hervorragender Kompetenz Kopfhörer zum besseren Hören anbietet und uns beim interaktiven Besuch des Kraftwerks begleitet. Lächelnd und vorbereitet, versteht Martin sofort, dass wir uns nicht so gut wie er auskennen und fängt mit den Grundlagen an, weil die Schulbänke nun nur eine ferne Erinnerung sind!

Das Erlebnis ist wirklich spannend und wird durch multimediale Unterstützung bereichert, dank derer die Besucher herausfinden können, wie Wasser zu sauberer Energie wird. Das Kraftwerk von Riva del Garda wird aus dem Wasser des Ledrosees und des Ponale-Bachs gespeist. Mit einer Fallhöhe von 583 Metern wird das Wasser zum Kraftwerk transportiert! Die Kraft des fallenden Wassers wird in Strom umgewandelt, der das nationale Energienetz speist. Das Kraftwerk produziert jährlich 100 GV pro Stunde und könnte, erklärt Martin, allein die ganze Stadt Pavia (also 72000 Menschen) mit Energie versorgen.

Aber nach dem interaktiven Teil kommen wir zum eigentlichen Besuch! Es ist unglaublich, dass das Kraftwerk zu einer Zeit errichtet wurde, als man die heutigen Mittel nicht hatte. Im dritten Stock bezeugen Schwarzweißfotos die harte Arbeit der Bergleute.

Wir besorgen uns einen Schutzhelm und betreten den Tunnel, der in den Berg gegraben wurde.

Nach einem Spaziergang im Tunnel beginnt der spannendste Teil unseres Besuchs. Das Wasserkraftwerk ist über drei Stockwerke verteilt: Am Ufer des Gardasees befindet sich der Maschinenraum, 8 Meter höher die Transformatoren und die Montagewerkstatt und noch höher der Kontrollraum.

Hier haben wir die Videosimulation dessen geschaut, was im Raum geschah, als noch alles manuell erfolgte (jetzt ist natürlich alles automatisiert) und man Knöpfe drücken musste, um das reibungslose Funktionieren des Kraftwerkes zu garantieren.

Die Komplexität dieser “Maschine”, die heute nahezu selbstständig funktioniert, ist erstaunlich.

Unser Besuch nimmt ein gutes Ende auf der großartigen Terrasse. Das endlose Blau des Gardasees und die strahlende Sonne haben uns sprachlos gemacht! Dieser Besuch ist wirklich ein idealer Moment, den man mit der ganzen Familie erleben muss. Die Kinder werden die interaktiven Spiele lieben (ich gebe zu, ich habe sie auch ausprobiert!) und ihr könnt das Kraftwerk (mit Ausnahme von kurzen Strecken) auch mit einem Kinderwagen besuchen. Der Gruppo Dolomiti Energia verwaltet das bis heute voll funktionsfähige Wasserkraftwerk von Riva mit Sorgfalt und Aufmerksamkeit und dank dieser ständigen Modernisierungsarbeit unter Berücksichtigung der Geschichte dieses wertvollen Gebäudes ist es heute möglich, es zu besuchen. Weitere Informationen und Kosten findet ihr unter diesem Link.

Wir werden euch nicht mit technischen Erklärungen über die Funktionsweise des Kraftwerkes langweilen. Martin und die anderen gut vorbereiteten Reiseleiter werden euch mit ihren Kenntnissen verzaubern. Alles, was wir euch sagen können, ist, dass es sich um ein großartiges Meisterwerk der Technik handelt und dass ihr es unbedingt besuchen müsst. Der Besuch des Kraftwerkes eignet sich nicht nur für die Kleinen, sondern auch für uns Erwachsene, die zu oft vergessen, was hinter einem “Ein” auf einem Schalter steckt. Vor dem Einfallsreichtum des Menschen und dem Wasserkraftwerk von Riva del Garda kann man einfach nur die Augen aufreißen!